Zeitungsbericht „MeinBezirk“ – KFZ-Lehre in Eggenburg „boomt“
Von Hochvolt bis Digitalisierung, so modern ist die Lehre
In Eggenburg zeigt die Landesberufsschule, wie modern Lehre und KFZ-Technik heute sind.
Digitalisierung, Hochvolttechnik und internationale Wettbewerbe machen Lehrlinge fit für die Zukunft.
EGGENBURG. Für die Landesberufsschule Eggenburg ist ein guter Lehrling längst nicht mehr nur eine Frage der Schulnoten. „Ein guter Lehrling ist für mich nicht unbedingt jener mit den besten Schulnoten, sondern jener, der Interesse zeigt, Verantwortung übernimmt und bereit ist, sich weiterzuentwickeln“, sagt Berufsschuldirektorin Belinda Kalab. Gerade in der KFZ-Technik seien unterschiedliche Talente gefragt. „Manche sind schulisch sehr stark, andere überzeugen durch praktisches Geschick, logisches Denken, Kreativität oder eine unglaubliche Beharrlichkeit.“ Neugier, Verlässlichkeit, Teamfähigkeit und Durchhaltevermögen würden dabei ebenso zählen wie theoretisches Wissen. Die Lehre könne genau hier ansetzen und Jugendlichen zeigen, welche Fähigkeiten in ihnen stecken.
Gleichzeitig hat sich die Lehre in Eggenburg technisch stark verändert. Hochvolttechnik, Diagnosesysteme, Assistenzsysteme, digitale Anwendungen und komplexe technische Lösungen gehören mittlerweile zum Ausbildungsalltag. „Eine moderne Lehre hat mit dem Bild, das viele Menschen noch immer im Kopf haben, oft nicht mehr viel zu tun“, betont Kalab. Die Berufsschule müsse deshalb mehr vermitteln als Fachwissen. „Wir müssen junge Menschen auf eine Arbeitswelt vorbereiten, die sich ständig verändert – durch Digitalisierung, neue Technologien, Nachhaltigkeit und neue Anforderungen an die Arbeitsorganisation.“ Dafür wurde in den vergangenen Jahren in Ausstattung, Unterrichtsmittel, IT und Digitalisierung investiert. Für Kalab ist das eine wichtige Basis, damit die KFZ-Lehrlinge jene Kompetenzen erwerben, die später im Berufsleben tatsächlich gefragt sind.
Wie international die KFZ-Ausbildung in Eggenburg inzwischen geworden ist, zeigte die European Car Mechanic Junior Competition 2026. Neun europäische Länder waren in Eggenburg zu Gast, junge KFZ-Techniker stellten sich Aufgaben in Theorie und Praxis. Besonders bemerkenswert war für Kalab, dass die beiden österreichischen Teilnehmer außer Konkurrenz die höchste Punktezahl des gesamten Wettbewerbs erreichten. „Das ist für mich ein starkes Zeichen dafür, was unser duales Ausbildungssystem leisten kann.“ Für die Berufsschuldirektorin steht deshalb fest, dass die Lehre mehr Selbstbewusstsein verdient. „Eine Lehre ist kein Plan B, sondern kann ein sehr guter Plan A sein.“
Bericht: Markus Kahrer | MeinBezirk Horn



